Rückblick 39. Wilseder Forum

… und wieder einmal trafen sie sich in Essen-Werden im Haus am Turm.

Am zweiten Wochenende im April (8.4.–10.4.2011) fand zum 39. Mal das „Wilseder Forum“statt, zu welchem sich Homöopathie-Verrückte und neugierige Studentinnen und Studenten zusammenfanden und sich auch die Homöopathischen Arbeitskreise austauschen konnten.

Bereits zum dritten Mal fand diese Begegnung in der evangelischen Tagungsstätte „Haus am Turm“ in Essen-Werden statt.

Für Einsteiger und Interessierte wurde bereits am Freitag Morgen ein Einführungsseminar angeboten, damit sich auch die Studentinnen und Studenten, die bislang noch nichts oder nur wenig von der Homöopathie wussten, ein gutes Grundwissen aneignen konnten. Dieses wurde dann direkt am Wochenende im Repertorisieren und Kennenlernen verschiedener Arzneimittel vertieft und erweitert.

Für alle zusammen begann das 39. Forum am Freitag um 14:00 Uhr mit einer Begrüßungs- und Vorstellungsrunde.

 

 

 

 

 

Jeder stellte sich stellvertretend mit einem seiner Schuhe vor. Ob Wander- oder Sportschuh, mit oder ohne Fußbett, sperrig oder zusammenklappbar – jeder Schuh verriet eine kleine Geschichte über sich und seinen Besitzer. So entstand in lustiger Runde bei strahlend blauen Himmel und sommerlichen Temperaturen schnell eine angenehme und lustige Atmosphäre, welche auch die folgenden Tage nicht abriss.

Beim 38. Wilseder-Forum wurde das Thema für dieses Forum gewählt. Mehrheitlich hatte man sich damals für „Homöopathie in der Notfallmedizin“ entschieden.

Die zwei Sprecher des Wilseder-Forums und die vier Mitglieder des Organisations-Teams versuchten passende Dozenten zu finden und wurden fündig:

Am Freitag Nachmittag kam der homöopathisch tätige Hausarzt Herr Dr. Nils Grundmann aus Hagen. Neben den homöopathischen Aufgabenbereichen eines Hausarztes erzählte er auch von allgemeinen Aspekten des Hausarztberufes. Im Weiteren hatte Dr. Grundmann einige Fälle aus seiner Praxis mitgebracht, bei denen wir Teilnehmerinnen und Teilnehmer unser „Materia Medica Wissen“ einsetzen und erweitern sowie das praktische Handling mit dem Repertorium vertieften konnten.

Am Samstag kam die ebenfalls homöopathisch tätige Kinderärztin Frau Dr. Sigrid Kruse, aus dem Dr. von Haunersches Kinderspital der LMU München zu uns. Auf spritzige und beeindruckende Weise erzählte sie uns von ihren ersten Tagen in der Kinderklinik – wie sie versuchte, die Homöopathie in die Klinik einzubringen, welchen Herausforderungen und Fragen sie sich stellen musste und wie es ihr schließlich gelang, ein Homöopathisches Konsil zu etablieren. Obwohl sie nun bereits seit über 15 Jahren erfolgreich als homöopathische Ärztin tätig ist, gibt es noch immer Hürden, mit denen sie zu kämpfen hat, wie z.B. mit kurz befristeten Arbeitsverträgen oder kritischen Stimmen aus ihrem Kollegenkreis.

Neben den organisatorischen Details zu ihrer Arbeit stellte uns Frau Dr. Kruse auch viele Patienten aus ihrer alltäglichen Arbeit vor. Zusammen repertorisierten wir Fälle aus ihrem Klinikalltag und lernten die Arzneimittel kennen, welche sie eingesetzt hatte. Vor lauter Eifer und Freude brachten wir schließlich Frau Dr. Kruse um ihre Mittagspause und setzten den Kurs über die Mittagszeit fort. Wir freuen uns sehr, dass sie so flexibel war und unseren Wissendurst stillte.

So ging es nach einer nur kurzen Pause gleich mit den Workshops weiter, die neben den Vorträgen fester Bestandteil eines jeden Forums sind. Beim 38. Wilseder-Forum fanden diese zur Freude vieler erstmals am Samstag Nachmittag statt, und so auch dieses Mal. Es gab zwei „Runden“ von je 1,5 Stunden. So konnten auch diejenigen, die selbst einen Workshop anboten, in einer weiteren Runde einen Workshop ihrer Wahl besuchen. Zur Auswahl standen diesmal Pilates, Fußreflexzonenmassage, Repertorisieren und Fallbearbeitung, Homöopathische Haus-/Notfallapotheke sowie Palpationen am Handgelenk und an der Halswirbelsäule.

Neben theoretischen und praktischen Aspekten rund um die Homöopathie war auch diesmal das „Drumherum“ und die Stimmung unter allen 33 Teilnehmerinnen und Teilnehmer perfekt.

Wie bereits erwähnt, war von Beginn an eine nette und vertraute Atmosphäre zu verspüren. Am ersten Abend konnten weitere Interessen ausgetauscht werden. Anlass dafür gab ein Lagerfeuer unter freiem Sternenhimmel, mit süßem und salzigem Stockbrot. Dazu gab es je nach Wunsch Apfelmus oder Tortilla-Dip; auch für gegrillte Marshmallows, passende Getränke und Gitarrenlieder war gesorgt. So konnten wir uns bereits am ersten Abend auf  ein tolles Wilseder-Forum einstimmen.

Aber natürlich darf bei so einem schönen ersten Abend der traditionelle „Bunte Abend“ am Samstag nicht fehlen, der diesmal sogar noch mit kleinen kulinarischen Leckereien versüßt wurde. Dafür wurde dann beinahe heroisch fünf Minuten vor Ladenschluss noch der ortsansässige Edeka gestürmt, das Schokoladenregal ausgekippt und die Kassiererin verrückt gemacht. Obwohl wir dort jetzt wahrscheinlich Hausverbot haben, waren wir mit unserer Ausbeute doch mehr als zufrieden.

So konnte der „Bunte Abend“ mit dem Homöodrama beginnen. Jeder stellte mit einer kleinen Gruppe zusammen ein vorher zugelostes Arzneimittelbild aus der Materia Medica vor. Dabei mussten die anderen am Ende erraten, für welches Arzneimittelbild die unterschiedlichen Posen, Szenen und teils obszönen Situationen charakteristisch sind.

Eine weitere Gruppe hatte einen kleinen Sketsch vorbereitet und schließlich wurde noch gespielt und getanzt. Wie jedes Jahr kam der Tanz des Wilseder Forums zur Aufführung, der dieses Mal – nach anfänglich schwerwiegenden Diskussionen über die Choreographie J – doch sehr gelungen war. Es war alles in allem ein wunderschöner Abend, der bei Musik und Tanz noch bis spät in die Nacht andauerte und an dem oft viel und laut gelacht wurde.

Für den einen oder anderen war die Nacht daher etwas kurz und das Aufstehen am Sonntag Morgen nicht so leicht. Dennoch waren alle bei dem wissenschaftlichen Vortrag von Beate Stock-Schröer von der Carstens-Stiftung anwesend und hörten gespannt zu, welche wissenschaftlichen Fortschritte es im Bereich der Homöopathie zu verzeichnen gibt.

Judith Klapper, ebenfalls von der Carstens-Stiftung, stellte im Verlauf als Quiz die Carstens-Stiftung vor, die das Wilseder-Forum finanziell und organisatorisch ermöglicht.

Am Ende dieses wieder einmal schönen Wochenendes stand die Wahl eines neuen Sprechers, zwei neuer Orga-Team-Mitglieder und eines neuen Themas auf der Tagesordnung.

Schließlich klang mit einem leckeren Mittagessen dann auch dieses Wilseder Forum aus.
Fast schon zu einer Tradition geworden, sind die Gedanken am Ende eines jeden Wilseder-Forums, nämlich, dass trotz einer Vielzahl neuer, fremder Gesichter, sich im Laufe eines solchen Wochenendes eine angenehme Gruppendynamik entwickelt, die man durchaus auch länger genießen könnte.
Gemeinsam haben wir ein lehrreiches Wochenende zur Homöopathie erlebt und es war schön, dabei gewesen zu sein. Für den ein oder anderen hat es sicher auch Interesse auf mehr geweckt, um nun vielleicht im Arbeitskreis diverse Aspekte zu vertiefen.

Kurz gesagt: Es war tolles 39. Wilseder-Forum!

Jonas & Alexandra

 

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